Grundlagen der Aquarienfisch-Zucht
Lebendgebärende, Eierleger, separates Zuchtbecken — was du vor dem ersten Versuch wissen musst.
Zucht ist die natürliche Fortsetzung des Hobbys. Der erste Wurf verwandelt das Becken von der «Schaufenster»-Show zum lebenden Ökosystem. Aber nicht jede Art lässt sich leicht züchten, und ohne Vorbereitung sterben 90 % der Jungfische.
Zwei Fortpflanzungsformen
Lebendgebärende (Guppy, Platy, Molly, Endler) — Weibchen werfen fertige Jungfische, die Eltern selbst fressen. Eierlegende (Salmler, Skalare, Cichliden, Bärblinge) — laichen Eier, brauchen eigenes Zuchtbecken.
Womit anfangen
Am einfachsten: Guppys und Platys. Weibchen werfen 4–6 Wochen nach Kauf ohne Eingriff. Mittel: Skalare (Paar bewacht Eier). Schwer: Diskus und viele Salmler (RO-Wasser, weich, sauer).
Zuchtbecken
20–30 L mit Schwammfilter (saugt keine Jungfische ein), dichte Pflanzen oder Laichgitter, warmes Wasser. Wenn Weibchen bereit — Paar ins Zuchtbecken; nach dem Laichen Eltern ins Hauptbecken zurück (sonst fressen sie die Eier).
Laichauslöser
• 30 % Wasserwechsel mit kühlerem Wasser simuliert Regenzeit. • 2 Wochen intensive Fütterung mit roten Mückenlarven und Artemia. • pH um 0.5 senken (Catappa-Blätter, Torf) — für Amazonas-Arten. • Lange Photoperiode 12–14 Std.
Aufzucht der Jungfische
Mikrofutter: Pantoffeltierchen 3–5 Tage, dann Artemia-Nauplien (Schlupf in 24–36 Std.), spezielle Jungfischflocken. 4–6× täglich in winzigen Portionen füttern.
Wasserwechsel und Sauberkeit
Jungfische sind ammoniakempfindlich. 10–15 % alle 2–3 Tage, Futterreste täglich absaugen. Aber ohne Fanatismus — Stress tötet ebenso.
Wann verkaufen
Guppy-Jungfische verkaufen sich ab 8–10 Wochen (3–4 cm), Salmler ab 3–4 Monaten. Zoohandel zahlt meist 30–50 % vom Endkundenpreis, nimmt aber die ganze Charge.
Der erste Wurf ist das magischste Gefühl der Aquaristik. Jeder Hobbyist sollte es mindestens einmal erlebt haben.
Häufige Fragen
- Kann man ohne Extra-Becken züchten?
- Nur Lebendgebärende in dicht bepflanzten Becken (manche Jungfische überleben in Schwimmpflanzen). Für Eierleger ist ein Zuchtbecken Pflicht — Eltern fressen Eier in 99% der Fälle.
- Wie viele Jungfische pro Guppy-Weibchen?
- 20–50 pro Wurf alle 4–6 Wochen. Ein Weibchen produziert 200–400/Jahr, 30–50% überleben. Bereite dich auf Überbevölkerung oder Verkauf vor.
Goldie-Redaktion
Praktizierende Aquarianer mit gemeinsam 30+ Jahren Erfahrung · Biologen und Redakteure, Faktencheck gegen FishBase und Seriously Fish · Jeder Beitrag wird vor Veröffentlichung von einem qualifizierten Ichthyologen geprüft
Veterinär-Ichthyologin, Spezialistin für Aquarienfisch-Krankheiten
DVM in Veterinärmedizin, Universität Mailand · Promotion in Hydrobiologie, Spezialisierung Zierfisch-Krankheiten · 10+ Jahre tierärztliche Praxis für Wassertiere
Quellen
- Seriously Fish — breeding guide overview · Seriously Fish · 2026-05-29
- Practical Fishkeeping — breeding articles · Practical Fishkeeping · 2026-05-29